Klassifizierung

Wie sind behandelte Hölzer zu klassifizieren


Imprägnierung


Einige Nadelholzarten sind von Natur aus langlebiger als andere und in manchen Situationen ist bei diesen Hölzern eine Schutzbehandlung überhaupt nicht erforderlich. Um jedoch eine verlängerte und problemlose Lebensdauer für Hölzer für den Garten- und Landschaftsbau sowie Bauholz im Allgemeinen zu gewährleisten, ist eine kontrollierte und fachmännisch angewandte, industrielle Imprägnierung die beste Wahl.

Diese Behandlungen gibt es in ganz Europa bei einer Vielzahl von Holzfirmen, Sägewerken, Schreinern und Fachhandelsorganisationen . Fertig behandelte, imprägnierte Holzprodukte sind für viele Verwendungszwecke europaweit unter einer weiten Palette von Produktmarken verfügbar.
Ausschlaggebend für die Festlegung der für das Holz geeigneten Imprägnierbehandlung ist dessen spätere Verwendung. Die europäische Norm EN 335 definiert mehrere Gebrauchsklassen für behandelte Hölzer. Diese sind unten dargestellt.

 

 

 

 

Zusammenfassung der Gebrauchsklassen

 

Gebrauchsklasse 1
Innenhölzer – kein Feuchtigkeitsrisiko – zum Beispiel Deckenbalken

Gebrauchsklasse 2
Innenhölzer – Feuchtigkeitsrisiko – z. B. Fliesenleisten

Gebrauchsklasse 3 beschichtet (oder Gebrauchsklasse 3.1)
Außenhölzer – ohne Bodenkontakt und mit einer geeigneten und gepflegten Beschichtung – z. B. Holzverkleidung
Gebrauchsklasse 3 unbeschichtet (oder Gebrauchsklasse 3.2)
Außenhölzer – ohne Bodenkontakt, ohne Beschichtung – z. B. Zaunlatten

Gebrauchsklasse 4 (und Gebrauchsklasse 4SP)
Außenhölzer – mit permanentem Boden- oder Süßwasserkontakt – z. B. Zaunpfosten

Gebrauchsklasse 5
Holz mit dauerhaften Meerwasserkontakt

Im Allgemeinen erhöht sich die Gebrauchsklasse steigendem Angriffsrisiko durch holzzerstörende Organismen. Zum Beispiel sind Bauteile der Gebrauchsklasse 1, die sich innerhalb eines Gebäudes befinden und keiner Feuchtigkeit ausgesetzt sind, in viel geringerem Umfang holzzerstörenden Organismen ausgesetzt als solche in Gebrauchsklassen 4, die im Außenbereich verwendet werden und sich dauerhaft in Bodenkontakt befinden.
Innerhalb der Gebrauchsklasse 4 wird von einigen Märkten für einige Bereiche eine über das gewöhnliche Maß (in der Regel 15 Jahre) hinausgehende Lebensdauer von bis zu 30 Jahren für erforderlich gehalten, was mit Hilfe einer speziellen Behandlungsstufe erreicht wird. Für den Meerwasserverbau (Gebrauchsklasse 5) ist kein Holzschutzmittelbehandlung zugelassen. Dieser Bereich wird in der Regel durch den Einsatz von speziellen Harthölzern oder anderen Baustoffen abgedeckt.

 

Niederdruckbehandlungen

Hölzer der Gebrauchsklasse 1-3 beschichtet können durch eine Niederdruck / Doppel-Vakuum-Behandlung – sowie für einige Bereiche auch durch kontrollierte Tauchbehandlungen – effektiv geschützt werden. Bei diesen Methoden kommen wasserbasierende Mikro-Emulsions-Holzschutzmittel zum Einsatz, durch die das Holz in seiner Optik so gut wie unverändert bleibt. Es können jedoch Farbstoffe oder Pigmente hinzugefügt werden, um die Imprägnierung kenntlich zu machen. Wenn solche Hölzer im Außenbereich zum Einsatz kommen benötigen sie eine geeignete Oberflächenbeschichtung, die regelmäßig gepflegt werden muss, um den Imprägnierschutz zu erhalten.

Übliches Bauholz im Allgemeinen, Verkleidungen, Fachwerkträger, Unterbau- und Holzrahmenmaterial, Bauteile für Schreinerei, Konstruktionshölzer, Maste und Schwellen.

Hochdruckbehandlungen

Hochdruck-Imprägniermittel können in der Regel für alle Gebrauchsklassen von 1-4 verwendet werden. Hier kommen Kupferbasierte Produkte zum Einsatz, die nach der Behandlung dem Holz seine typische grüne Färbung geben; welche – wenn die Hölzer der Witterung ausgesetzt sind – langsam in ein silbergrau übergeht. Auch hier können Farbstoffe zugesetzt werden um unterschiedliche Hölzer für die unterschiedlichen Einsatzbereiche zu produzieren. Des Weiteren können wasserabweisende Stoffe untergemischt werden um einen zusätzlichen Witterungsschutz für dekorative Außenhölzer zu erhalten. In einigen Bereichen – vor allem bei Hölzern für den Infrastrukturbereich – werden auch immer noch teerölbasierte Holzschutzmittel eingesetzt.

Übliches Bauholz, Zäune, Terrassenbeläge und Hölzer für den Garten –und Landschaftsbau, Spielplatzholz, Schwellen, Leitungsmaste, Konstruktionshölzer.

Tauchbehandlungen

Kontrollierte Tauchbehandlungen werden in der Regel zum Aufbringen eines Bläueschutzes für frisch geerntete und gesägte Hölzer angewandt. In einigen Bereichen können Tauchbehandlungen auch für Bauholz in den Gebrauchsklassen 1, 2 und 3 beschichtet verwendet werden.

Frisch eingeschlagene Hölzer, Paletten- und Verpackungshölzer, übliches Bauholz.