Europäische Normen

Erarbeitung von Normen

Imprägnierung

Innerhalb Europas gibt es anerkannte Industriestandards in Bezug auf den Holzschutz. Einige davon beziehen sich auf die Entwicklung und Prüfung von Holzschutzmitteln um sicherzustellen, dass sie effektiv zu einer Verlängerung der Lebensdauer von Holz beitragen. Andere beziehen sich auf die Endanwendung der behandelten Hölzer, was Einfluss auf Art und Ausführung der Behandlung hat. Wieder andere beziehen sich auf die Verfahren (Behandlungsprozesse) selbst und helfen, qualitativ hochwertige Behandlungsergebnisse und Hölzer mit hoher Leistungsfähigkeit zu gewährleisten.

In ganz Europa gibt es verschiedene regionale Behörden, die mit der Holzschutzindustrie zusammenarbeiten, um diese Standards zu interpretieren und umzusetzen. Der NTR zum Beispiel ist für den skandinavischen Markt zuständig, die FCBA ist die Regulierungsbehörde in Frankreich, welche auch von vielen westeuropäischen Ländern anerkannt wird. Die WPA arbeitet mit dem British Standards Institute in Großbritannien zusammen um einen praxisnahen Branchencode zur Verfügung zu stellen.

Die regionalen Standards unterscheiden sich voneinander, da bestimmte Holzarten in bestimmten Regionen häufiger vorkommen und für manche Arten unterschiedliche Ansätze erforderlich sind, um effektive Imprägnierergebnisse zu erzielen.
Marktübergreifend verfolgt die die europäische Imprägnierbranche u. a. den Ansatz, einen Schritt hin zu einer „Ergebnis-basierten-Behandlung“ zu gehen und sich von einer an Prozessparameter orientierten Behandlung zu lösen.

 

Erreichen des besten Ergebnisses

Um diesen ergebnisorientierten Ansatz zu erreichen, gibt es fünf allgemeine Punkte, die in Betracht gezogen werden müssen, um die Bereitstellung von qualitativ hochwertigen, ihrer späteren Beanspruchung gerecht werdenden, imprägnierten Hölzern für den Markt zu gewährleisten.

  1. Holzarten -Einige Holzarten sind von Natur aus haltbarer als andere, während wieder andere durchlässiger und leichter zu imprägnieren und zu schützen sind. Daher muss bei der Auswahl auf eine darauf geachtet werden, dass die für die spätere Endverwendung und Gebrauchsklasse geeignetsten Holzart gefunden wird.
  2. Holzvorbereitung – alle frisch geschlagenen Hölzer haben einen natürlichen Feuchtigkeitsgehalt. Dieser muss auf die für die Holzart erforderliche Holzfeuchte gesenkt werden, damit das Schutzmittel in die Holzstruktur eindringen und optimal gegen Holz zerstörende Organismen wirken kann. Dies wird in der Regel durch natürliche Trocknung (Lufttrocknung) oder vorsichtige technische Trocknung erreicht.
  3. Holzschutzmittel –Es muss ein geeignetes Holzschutzmittel ausgewählt werden, welches die Anforderungen in der späteren Endverwendung erfüllt und den Risiken, dem behandeltes Holz ausgesetzt ist, widersteht. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, wo das zu imprägnierenden Holzes eingesetzt wird: Hölzer die im Innenbereich eingesetzt werden, müssen anders behandelt werden als z. B. Hölzer die im Zaun- oder Landschaftsbau eingesetzt werden, wo ein höherer Schutz zu den Kernanforderungen gehört.

4. Verwendung imprägnierter Hölzer – wie jedes andere Produkt müssen imprägnierte Hölzer bestimmungsgemäß verwendet und sorgfältig eingebaut werden, um ihre optimale Leistungsfähigkeit zu erreichen. Beispielsweise werden Hölzer in der Regel in ihrer endgültigen Form (nach dem Abbund) imprägniert. Dennoch kann es vorkommen, dass es bei der Montage erforderlich wird, die Hölzer nachträglich zu bearbeiten (Bohrungen, Schnitte, etc.). Diese nachträglichen Bearbeitungen müssen sorgfältig durchgeführt werden und die unbehandelten Stellen mit einem für Hirnholz zugelassenen (anerkannten) Holzschutzmittel nachgestrichen werden, um den Imprägnierschutz aufrechtzuerhalten.